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11. April 2011

Silke Scheuermann – Die Stunde zwischen Hund und Wolf

Gerade hatte ich ein skurriles Erlebnis. Ich habe meinen MP3-Player die Neu hinzugekommen-Liste abspielen lassen und ich bin mitten in einer Lesung des Podcasts vom MDR Sputnik-Hörerlebnis gelandet. Eigentlich wollte ich gleich weiterklicken, brachte dann aber doch die Geduld auf, den Titel einfach laufen zu lassen. Das habe ich eigentlich auch noch nie gemacht, einfachs so eine Lesung mittendrin zu beginnen. Mit Büchern macht man das bekanntlich auch nicht.

Ich war doch schließlich positiv überrascht. Die Stimme – Marlène Dunker – gefiel mir auf anhieb, aber vor allem bannte mich die sanfte Form der Sätze und die Verletzlichkeit der Hauptperson. Es ging in der Szene auch über einen missglückten Beischlaf für die Erzählerperson und wie sie sich nachher über dieses mit einer Geschichte über das kuriose Schicksal eines Pinguins wieder aufrappelt. Und da machte es Klick. Ich kannte den Roman schon! Ich habe ihn damals, als er erschien gelesen.

Bei “Die Stunde zwischen Hund und Wolf” von Silke Scheuermann, so erinner ich mich noch, hatte mich das Ende mit einem Gefühl nur halb erfolgter Sättigung zurückgelassen. Aber bis dahin war es auf jeden Fall sehr unterhaltsam, und was zum Nachdenken war auch dabei. Und dass mir das jetzt gratis als Lesung vorliegt freut mich umso mehr. Weil das mir wieder bestätigt: “Bücher und Hörbücher bestehen beide aus Worte. Hinterlassen aber nicht immer denselben Eindruck beim Publikum.” Ich geb dem Buch nun also einen neuen Versuch.

Desweiteren gibt es vom Verlag eine Leseprobe sowie das Hörbuch auch zu kaufen.

Zwei Schwestern treffen nach Jahren wieder aufeinander. Ines, die kapriziöse Malerin, bittet um Hilfe, stößt aber auf Kälte und Ablehnung. Ihre Schwester möchte einen Schlußpunkt setzen: Nicht schon wieder will sie in das Muster der ewig Helfenden zurückfallen. Sie will mit der Welt ihrer Schwester nichts zu tun haben und ist doch zunehmend fasziniert. Als sich eine Affäre mit Kai, Ines’ Freund, anbahnt, verliert sie sich in einen fragwürdigen, rauschhaften Glückszustand – der sie eigenartigerweise zu ihrer Schwester zurückführt.

Die Stunde zwischen Hund und Wolf erzählt von der Desorientierung in einer Gesellschaft, die höchste Ansprüche stellt, selber jedoch an Alltäglichkeiten scheitert. Scheinheilige Entwürfe halten die Fiktion einer Geborgenheit aufrecht, selbst der Umgang mit der Vergangenheit wird auf sinnentleerte Bilder reduziert; manchmal ist vom Leben kaum mehr übrig als ein kalter Entzug. Doch die Hoffnung auf Veränderung bleibt – ein Zustand, den Silke Scheuermann melancholisch und humorvoll, lapidar und ergreifend schildert.


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28. Februar 2011

Download aktueller WDR-Hörspiele – aber wie?

Gerade habe ich mich mit der Problematik beschäftigt, warum auf Podster unzählige WDR-Hörspiele als Download nicht mehr aufzurufen sind, obwohl sie noch gar nicht depubliziert sein müssten. Das betrifft so ziemlich das letzte halbe Jahr an veröffentlichten Hörspielen und einige davor.

Gleichzeitig stand ich vor dem Problem, warum auf Beemp3 so ein Hörspiel noch downloadbar ist, aber auf Podster nicht mehr. Und so habe ich mal in den Downloadlink hineingeschaut und aha! da liegt der Unterschied im Detail:

Podster: http://gffstream-7.vo.llnwd.net/c1/m/1292404907/radio/hoerspiel/wdr_hoerspiel_download_station_eismitte_20110122.mp3

Beemp3: http://gffstream-7.vo.llnwd.net/c1/download/1292403241/radio/download/wdr_hoerspiel_download_station_eismitte_20110122.mp3

Ich erklär die sich daraus ableitende Regel nun nochmal im Detail:

  • ihr seht ein Hörspiel vom WDR auf Podster, das also über den WDR-Podcast zum Download angeboten wurde (welches aber nicht mehr downloadbar ist)
  • ihr klickt auf das Hörspiel und klickt dann mit der linken Maustaste auf “Datei herunterladen”
  • es erscheint in der Browseradressleiste wie oben im Beispiel gezeigt der Downloadlink
  • ihr ersetzt dann im Link einfach das “m” durch ein “download” und dann nochmal das “hoerspiel” durch ein “download”
  • mit Enter bestätigen und dann die Datei ausführen oder speichern

Aber Achtung! Die Hörspiele werden nach einem bestimmten Zeitraum auch von diesem Download-Server publiziert! So kann man (mit oder ohne diese Änderung im Link) zwar heute noch Der Robinienmörder herunterladen (schönes Ding übringens!), das vorher veröffentlichte Digital Underground aber schon nicht mehr. Letzteres wurde vor mehr als anderthalb Jahren publiziert – vielleicht ist das die Zeitspanne mit der der WDR seine Hörspiele wieder Server nimmt.

Mit dieser Methode habe ich auch andere Hörspiele wieder als Download vorgefunden, die noch lange nicht “so alt” sind. So zum Beispiel das recht populäre Moment, das wird sie interessieren! von Stefan Weigl sowie die von mir so geliebte Frau mit der Bankenkrise von Michael Stauffer.

Viel Spaß beim Tippen und Downloaden!
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10. Februar 2011

Flattr im Januar

Es ist mal wieder der 10. und das heißt, dass heute “Flattr”-Tag ist. Diesen Monat wurden es ganz tolle 3,04 Euro Einnahmen bei 5 Euro Ausgaben und erstere verteilen sich wie gefolgt:

Die fünf Klicks deute ich hier mal als vier unterschiedliche Flatterer und bei zweien kann ich mir auch ausrechnen, wer die beiden sind. Vielen Dank für die kleinen Beiträge! :-)

Dass dazwischen auch sich eine “Großspende” ereignet, hätte ich nicht vermutet. Deshalb dafür gleich ein “großes Dankeschön”!

Flattr hat ansonsten ein Update initiiert, welches über sein System ermöglicht, einzelne und gezielte Spenden (“Donate”) an die User zu senden. Desweiteren ist es jetzt möglich über das Einbinden einer Smartphone-App User offline zu flattern. Der in dem Artikel gezeigte User “Brokep” ist übrigens niemand anderes als der Flattr-Erfinder selbst: Peter Sunde. Und dass der grad wirklich Geld braucht, wird hier erklärt. Was dort nicht steht, ist dass dieser noch junge Schwede früher einmal die populäre Seite Pirate Bay betrieben hat.

Die Einnahmen der taz stagnieren übrigens weiter bei 1.300 Euro und bei etwa gleich vielen Klicks. Das wird dort so ausgelegt als dass die Flattr-User weniger bei der taz klicken – und höchstwahrscheinlich dank zunehmender Anzahl “things” gezielter auswählen und woanders ihr Geld hinstecken. Zusammen mit der Möglichkeit der Spende kann man sich, so wie jemand es im Kommentar schreibt, sein individuelles taz-Abo zusammen stellen: Grundbetrag + Extra-Beträge per gelesenem Artikel. Ich bin gespannt, ob die große Zeitungslandschaft irgendwann mal auf diesen Zug aufspringen wird.
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4. Februar 2011

DODO von Ivar Leon Menger

Ich hatte letztens in einer Forendiskussion gelesen (wo die war hab ich vergessen), dass die Labels mehr auf Einzelhörspiele setzen sollten anstatt ständig neue Serien in die Welt zu setzen und die dann nach ein paar Folgen oder mittendrin einzustellen. Denn dann möchte man am liebsten sein Geld wiederhaben, weil man beim Kaufen der ersten Folge quasi erwartet, dass die Serie auch abgeschlossen wird. Sonst hat man vielleicht viel Zeit und Spannung reininvestiert ohne dass die dann aber aufgelöst wird.

Und über genau dieses Phänomen möchte ich heute berichten. Die Lauscherlounge hat im Jahre 2008 und 2009 die ersten vier Teile der Serie “DODO” herausgebracht. Die waren auch ein nicht so schlechter Erfolg meine ich, immerhin haben manche CDs von denen es in die zweite und dritte Auflage geschafft. Dass es dennoch nicht weiterging kann ich mir deshalb nur mit Einwirkung “höherer Kräfte” erklären, wie Streitereien mit dem Regisseur, Finanzkrise oder dem unwahrscheinlichen Ende der skurrilen Drehbuch-Ideen Ivar Leon Mengers.

Und auch wenn auf Experiment Stille manche User gut argumentativ oder einfach nur lustig vom Hören abraten, möchte ich dennoch eine Bresche für die Serie schlagen. Hört Euch die ersten vier Folgen an! Wollt ihr sie nicht kaufen, so könnt ihr sie immernoch kostenlos bei simfy (die ersten drei Folgen) oder bei Spotify (Folge 1, 2 und 4) hören. Denn DODO ist eine Serie geschaffen aus einem Springbrunnen an Fantasie, überraschendem Hörspiel-Idealismus sowie dabei genial generationenübergreifend. Wirklich ein Hörspiel für kleine Kinder und die Kinder in erwachsenen Menschen!

Aber seid gewarnt! Nach der vierten Folge ist Schluss und dann seid auch ihr (höchstwahrscheinlich) für immer und ewig auf DODO-Entzug! So wie ich jetzt. Bläh!

DODO ist ein schüchterner Junge, der immer noch bei seiner Omi wohnt. Ein einziger Telefonanruf verändert sein ganzes Leben, denn er erlebt nach diesem unheimlichen Anruf das unglaublichste Abenteuer seines Lebens. Er reist durch Parallelwelten, digitale Räume, trifft auf interessante Menschen und Dinge und wird zum verkappten Helden dieser Geschichte! “Was mir an DODO gefällt, sind die verschiedenen Botschaften und die Moral von Gut und Böse, die spielerisch vermittelt werden”, so Autor Ivar Leon Menger. Zwar muss man für viele Ideen in diesem Hörspiel älter sein, um die Anspielungen verstehen zu können, aber auch die Kinder werden an den Abenteuern von DODO viel Spaß haben. Nicht umsonst lautet die Altersempfehlung: “Freigegeben ab 6 Jahren oder 2 Promille!”

“Die Idee zu DODO kam mir im Sommer, als ich etwas Geld brauchte und – wie DODO – samstags bei meiner Omi den Rasen gemäht habe. Und bei der Größe des Grundstücks hat man eine Menge Zeit zum Nachdenken”, philosophiert Menger über die Entstehung des Hörspiels. Gesprochen wird DODO von Andreas Fröhlich, der auch Mengers Wunschbesetzung war: “Sein Stimmcharakter lässt eine Figur entstehen, der man sofort vertraut und überall hin folgt.” Unterstützt wird Fröhlich u.a. von Jan-David Rönfeldt, der als Strom-Tom viele Abenteuer mit DODO erlebt …

Idee & Buch: Ivar Leon Menger
Regie: Jan-David Rönfeldt
Produktion: Lauscherlounge Records, Berlin und Safariton, Darmstadt-Hamburg
Produziert von Menger/Rönfeldt/Rohrbeck/Schenker
Illustration: Astrid Amadori
Cover-Design: Ivar Leon Menger
Sound-Design & SFX: Tommi Schneefuß
Final Mix: Janne von Busse
Geräuschemacher: Jörg Klinkenberg
Herstellungsleitung: Kai Schenker
Casting: Claudia Hesse
Aufgenommen im Hörspielstudio XBerg, Berlin und Hastings, Hamburg

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10. Januar 2011

Flattr im Dezember

Im Dezember haben sich schätzungsweise “geringe”, aber dennoch sehr gedankte 1,37 Euro auf meinen Flattr-Account verirrt. Seit heute ist nun auch wieder öffentlich, wie sich die einzelnen Spenden verteilen: Natürlich freue ich mich über jede kleine Einzelspende sehr und dass für viele meiner letzten Artikel gedankt wurde. Besonders freue mich jedoch über die Danksagung für den Ohrenblicke-Artikel (ein sehr empfehlenswerter Podcast übrigens!) und für das Radiofeature “Strahlende Quellen”. Das letztere zeigte mir dann, dass auch Audio-Stücke fernab der Unterhaltung von meinem Leserkreis gehört werden. Nun denn, ich schau mal, wie ich dort bald weiter anknüpfen kann.

Die taz übrigens hatte im Dezember zum ersten Mal einen Einbruch bei den Flattr-Einnahmen. Das lag aber daran, dass im November durch einen Artikel von Ranga Yogeshwar 314 Euro und durch die Berichterstattung um die Castor-Transporte  135 Euro zusammenkamen, was sich für den Dezember nicht wiederholt hat.

Alternativ zeigt der zentrale Flattr-Button für die Gesamtausgabe von taz-online, dass es auch anders geht. Bis jetzt wurde dieser 357 mal geflattert und durch monatliche Abonnements der Flattr-User wird diese Zahl auch weiterhin, regelmäßig steigen.
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20. Dezember 2010

Paul Plamper – Top Hit leicht gemacht

Wofür Bibliotheken nicht alles gut sind. Da geht man nichtsahnend rein und findet die Anleitung zum Gelddrucken. Zumindest wenn es nach dem Hörspiel “Top Hit leicht gemacht” von Paul Plamper geht. Hier im Video gibt es den ersten Track zum probe hören. Das gesamte Hörspiel kann man nämlich kaufen, sonst aber auch vollständig und kostenlos streamen.

Das Hörspiel beruht auf dem Buch “The KLF. Das Handbuch. Der schnelle Weg zum Nr. 1 Hit.” der englischen Musiker Bill Drummond und Jimmy Cauty. Als KLF hatten sie mehrere Erfolge gefeiert und sich dabei ein Strickmuster überlegt, welche im Hörspiel als die “Zehn goldenen Regeln des Nummer-1-Hits” vorgestellt werden. Das Hörspiel handelt über den fiktiven Arbeitslosen Paul, welcher auserkoren wird, diesen Hit zu schreiben und als Musiker erfolgreich zu werden. “Von null auf Hundert in 60 Minuten.” Also im Hörspiel wie gesagt.

Paul Plamper zeigte mit seiner Produktion übrigens auch, dass das, was das Handbuch verspricht, auch in der Realität klappen kann. Der während des Hörspiels produzierte Song “I can see it in your eyes” vom Projekt “Milton” stürmte, nachdem er außerhalb vom Hörspiel als Single veröffentlicht wurde, die Charts:

Wer das Lied ganz besonders mag, die/der kann sich das auch downloaden und beim anhören mitsingen.

Und schließlich merke: Mit Bibliotheken kann man nicht nur Schätze entdecken, sondern sie auch zur Bank tragen. ;-)

Jeder kann ein Popstar werden – das Hörspiel nach dem Handbuch der Pop-Ikonen THE KLF zeigt, wie’s geht. Schritt für Schritt folgt unser arbeitsloser Held den Anweisungen: Er ersinnt eine eingängige Liedzeile, besorgt Cash, bucht ein Tonstudio. Am Ende frickelt der Tonmeister aus dem dürftigen Material einen hitverdächtigen Song. Die konsequente Umsetzung der Anweisungen des Handbuchs führte nicht nur zu einem überaus amüsanten Hörspiel, sondern auch zu einem Song, der tatsächlich die Hitparaden stürmte: Der Ohrwurm “I can see it in your eyes” wurde im August 2002 bei »eastwest« veröffentlicht. Das Video zum Song lief in der Heavy rotation bei »Viva« und “MTV”.

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20. Dezember 2010

Cassandra’s Run – Teil 6, „Rauschgold“ – Akt 3 freigeschaltet

Ups, das hatte ich ganz vergessen zu erwähnen: Schon seit Samstag ist der nunmehr dritte Akt des aktuellen Cassandra’s Run-Abenteuers “Rauschgold” freigeschaltet. Noch bis morgen Abend, 21 Uhr kann man abstimmen wie’s dann im vierten Teil weitergehten soll.

17. Dezember 2010

Flattr im November und fleißige Propaganda

Es ist schon spät in den Dezember hinein, aber natürlich möchte ich nicht meine Flattr-Klicks für diesen Monat verheimlicht wissen.

Flattr hatte die Einnahmen aus dem letzten Monat schon am 1. Dezember veröffentlicht. Allerdings wurde die genaue Anzahl und Einnahmen aus den einzelnen Klicks erst am 10. Dezember veröffentlicht – nachdem die Einnahmen für die weitere Verwendung freigegeben wurden. An dieser Stelle möchte ich tausend Dank für guttuende fünf Klicks sowie wunderbare 2,70 Euro sagen, die natürlich auch wieder vollständig verflattert werden. Ich wollte diesen Bericht eigentlich auch schon viel früher schreiben, doch wartete ich noch auf die taz. Die hatte zwar pflichtschuldig schon am 1. Dezember verkündet, dass ihre Flattr-Einnahmen auf einen Rekord von 1.860 Euro gestiegen sind, allerdings hat sie bisher noch nicht nachgetragen, welcher Artikel wieviel eigentlich eingebracht hat. Besonders interessiert es mich, wieviel der Artikel über den “Behörden-Terror” von WDR-Moderator Ranga Yogeshwar an Spenden erzielt hat. Aber egal. Man kann nicht alles haben.

Was man aber haben kann, ist Einblick in verschleierte Vorgänge unseres Gemeinwesens, die angeblich um die Demokratie zu schützen vor ihr geheim gehalten werden müssen. Deshalb hab ich oben rechts das Banner angebracht, das einjeden auf die derzeit aktuell zugängliche Adresse von WikiLeaks bringt – selbst wenn andere nach und nach abgeschaltet werden sollten.

Auch sehr wichtig finde ich den Appell gegen die Kriminalisierung von WikiLeaks – initiiert durch die Informationsdienstleister die taz, die Frankfurter Rundschau, der Freitag, der Tagesspiegel, Perlentaucher.de, die Berliner Zeitung, netzpolitik.org sowie das European Center For Constitutionel and Human Rights (ECCHR). Gründe dafür gibt es genug. Wer nicht dafür suchen möchte, bekommt sie auch hier erklärt. Und übrigens: WikiLeaks kann man auch flattern!

9. Dezember 2010

Cassandra’s Run – Teil 6, „Rauschgold“ – Akt 2 freigeschaltet

Noch bis Samstag, den 11. Dezember, 8 Uhr kann man über den Verlauf des sechsten Teils von Cassandra’s Run abstimmen. Akt 2 ist jetzt freigeschaltet. Und wieder gilt, liebe brainZ: jeder bitte nur ein Kreuz eine Mail an Sul.

9. Dezember 2010

Strahlende Quellen – ein Radio-Feature über das radioaktive Geheimnis der Öl- und Gasindustrie

Wie ich auch schonmal beim Feature über Doping im Fußball gesagt habe: Ich bin kein wirklich großer Fan des Radio-Features. Momentan scheint sich das aber zu ändern, wenn ich Sendungen wie die folgende in die Hand bekomme, die mein Weltbild auf den Kopf stellen oder mich mit dem Kopf auf Sachen stoßen wo man einfach weiß “Stimmt! Wieso bin ich da nicht eher draufgekommen?”

Über einen Freund bin ich zufällig über das Feature “Strahlende Quellen – Das radioaktive Geheimnis der Öl- und Gasindustrie” gestolpert (hier der Downloadlink). Dort wird beschrieben, was ich schon über Mineralwasser wusste, aber nicht über Erdölbohrungen gedacht hatte: Dass bei jeder Tiefenbohrung Bohrleitungen mit radioaktiven Partikeln in der Erde in Kontakt kommen, anschließend diese Partikel hochgeholt werden und dabei die Rohre und die nähere Erdoberfläche verseuchen. Die hochgeholten Rohre, Schlämme und Abwässer müssen sodann als radioaktiver Sondermüll behandelt und teuer entsorgt werden.

Der Skandal ist, dass genau das nicht passiert. Die Ölindustrie verschweigt das Problem öffentlich und scheut Milliardenausgaben um die kontaminierten Materialien sicher und fachgerecht zu entsorgen. Umso schlimmer ist es, dass stark verseuchte Rohrleitungen oft einfach als Material zum Bau von Häusern, Kinderspielplätzen und Schulen abgeben wurden. Selbst die Mitarbeiter und die Entsorgungsfirmen wissen kaum etwas über die Gefahr, mit der sie da umgehen – auch an den Förderstellen in Deutschland.

Wer das Feature statt hören lieber lesen möchte, kann sich die Druck-Version als PDF herunterladen. Kurz zusammgefasste sonstige Informationen gibt es auch auf der Seite der Tagesschau sowie beim WDR. Hier dann mit den Bildern zu den im Feature erwähnten verstrahlten Kinderspielplatz und dem verseuchten Haus in Kentucky/USA.
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