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Marx und Engels intim – mit Gregor Gysi, Harry Rowohlt und Anna Thalbach

by - 16. April 2010

Ein schöner Leckerbissen ist mir da in die Hände gefallen. Gregor Gysi als Friedrich Engels und Harry Rowohlt als Karl Marx lesen jeweils die Briefe aus vielen Jahren ihrer Freundschaft vor. Dabei bekommt man zu hören, dass die beiden kein gutes Haar an Frauen, Christen, Homosexuelle, Slawen und sogar Mexikanern gelassen haben. Auch über Bauern und Arbeiter – ihr eigenes Klientel – haben sie sich mockiert. Aber ihre Lieblingsopfer ihrer schriftlichen Schmähungen waren und blieben immernoch die Sozialdemokraten.

Ein tolles Hörbuch und wirklich schön vorgetragen von den beiden Lesern und auch von Anna Thalbach, welche die jeweiligen Briefe und Hintergründe einführt. Am besten fand ich allerdings die Stelle über die Fehler in Marx‘ Das Kapital. Engels dazu: „Zerbrich dir doch darüber nicht den Kopf. Deine Leser werden die sowieso nicht erkennen.“

Auch wenn die Briefautoren einhellig für ihre politischen Positionen bekannt sind, hat diese CD doch eigentlich mehr geschichtshistorischen Unterhaltungswert. Es sind eben nur Anekdoten, die da vorgelesen werden und die man vor allem auch in den Zeichen der Zeit deuten muss. Die Welt war eine andere und da machte man eben diskriminierende Scherze, die heute absolut Tabu sind. Heutzutage hat man, wie Harry Rowohlt es in diesem Bericht sagt, sich andere Gruppen gesucht. Schön, dass man dennoch erfährt, dass die beiden großen Denkmäler – allerdings privat – auch nur einfache Meinungen hatten.

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