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Seitenspringer von Jan Georg Schütte – befristeter Stream

by - 25. April 2010

Ich staunte nicht schlecht, als ich dieses Hörspiel hörte. Seitenspringer von Jan Georg Schütte ist ein Werk, das sich total und konsequent den Vorstellungen vom „idealen Zusammensein“ widmet und diese bis auf die nackte Haut entblößt. Oder besser: in den Abfall wirft. Ähnlich wie schon Rainald Grebe mit seinem Lied 30-jährige Pärchen zeigt Schütte, dass unsere Beziehungs- und Konsumwelt eigentlich alles nur Schein ist. Und alle Angeberei darüber ist nur Lug und Trug.

Wie der Titel schon sagt, geht es in dem Hörspiel auch um Seitensprünge in der Beziehung und dass die Protagonisten das alles andere als leicht nehmen. Mein einziger Kritikpunkt hier ist, dass nicht erwähnt wird, dass Fremdgehen nichts mit Zusammensein, sondern mit unserer Genetik zu tun hat. Und warum wir uns dagegen nicht wehren können, erklärt die sechste Episode der Reihe „Mythen der Sexualität“ vom WDR.

Ein idyllisches Dorf, Samstagabend. Ein Mann steht auf dem Dach seines Hauses und will springen. Soeben ist ihm seine Existenz weggebrochen. Beim lockeren Beisammensein unter Freunden musste er feststellen, dass seine Frau schon lange einen anderen Mann begehrt. Sind wir alle Feiglinge und wollen in Wirklichkeit schon nach ein paar Jahren lieber die Frau des Nachbarn oder des besten Freundes? Sind alle Ehen nur Fassaden, die unser Begehren im Zaum halten sollen? In Rückblenden erfahren wir, wie es zu dieser Situation kam. Das Ehepaar wollte nur die neue Küche einweihen. Dazu waren ein paar Freunde eingeladen. Aus Plaudereien entwickelte sich eine Debatte über Sinn und Zweck von Seitensprüngen und die grundsätzliche Frage, ob es überhaupt treue Beziehungen geben kann. Unliebsame Wahrheiten kommen zur Sprache, Selbst- und Weltbilder werden in Frage gestellt. Eine Beziehungsgeschichte von Mittvierzigern, in freier Improvisation von den Schauspielern entwickelt. Eine Doku-Fiction zum Thema Seitenprünge.

Der Autor
Jan Georg Schütte, geboren 1962 in Oldenburg, Schauspieler (u.a. Thalia Theater, Schauspiel Köln), Theater- und Filmregisseur, hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit zwei Kinofilmen gemacht, die er mit namhaften Schauspielern in freier Improvisation entwickelte.

Regie Jan Georg Schütte
Produktion NDR 2010
Länge 55 Minuten
Sprecher Caroline Eichhorn, Peter Lohmeyer, Oliver Sauer, Stephan Schad, Anne Weber
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