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Andreas Eschbach – Eine Billion Dollar

by - 6. Dezember 2010

Vor einigen Tagen hab ich am Stück ein vier Stunden langes Hörspiel gehört und es hat mich trotz seiner etwas durchschaubaren Storyline erheblich gepackt und bis zum Schluss im Bann gehalten. Respekt erstmal dafür! Noch mehr hat mir aber gefallen, dass es das erste Hörspiel ist, das sich wirklich, wirklich Zeit lässt (vier Stunden eben), mir verständlich, umfassend und spannend das Weltfinanzgeschehen zu erklären (s. auch Die Frau mit der Bankenkrise). Aber erstmal der Reihe nach.

Das Hörspiel „Eine Billion Dollar“ von Andreas Eschbach erschien 2001 als Roman und wurde im Jahr 2003 von Lübbe Audio für den SWR produziert wurde. Das Hörspiel habe ich nirgendwo kostenlos gefunden, aber dafür gibt es das auch schon für acht oder neun Euro als Download. Sogar zwei Hörproben konnte ich auftreiben: Hörprobe 1 und Hörprobe 2. Mit dabei sind Sprecher wie Andreas Pietschmann, Maria Schrader und Felix von Manteuffel.

In dem Roman von Eschbach muss ein junger Mann, der in der unserer heutigen Gesellschaft keinen beachtenswerten Einfluss haben wird, ein unwahrscheinlich großes, über 500 Jahre gestiftetes Erbe antreten und dafür nur eines tun: der Menschheit die Zukunft wiederzugeben.

Was sich für mich zunächst wie eine Art Mystery- oder Sci-Fi-Thriller anhörte, ist aber eine gut beschriebene, aktuelle Gesellschaftskritik. Die Hauptfigur muss sich anders als ich erwartet hatte, nicht mit Gangstern, Templern und Kidnappern rumschlagen, die einem bei einer Erbschaft von einer Billion Dollar sicherlich auf die Pelle rücken. Nein, die Größten Widersacher sind die Global Player, das Weltfinanzgeschehen und die einfache, persönliche Gier der Herrschenden Klasse.

Ich mag jetzt vielleicht platt klingen, wenn ich das hier so runterbete. Aber leider ist das nunmal so und genau diese Zusammenhänge werden – zumindest in der zweiten Hälfte des Hörspiels – so wunderbar spannend und gut begründet erläutert. Und das alles auch noch vor einer schön gemalten Geschichte mit einem italienischen Kaufmann, der 500 Jahre in der Zukunft seinem Erben ein riesiges Vermögen vererben wird, weil der Kaufmann eine göttliche Prophezeihung gehabt hat. In dieses Hörspiel lohnt sich sein Geld zu investieren!

Nachtrag: Auf Wikipedia wird zum Hörspiel folgendes moniert: „Im Hörspiel kommen einige Schlüsselereignisse nicht vor. Johns Erkenntnis, dass Geld nicht arbeitet, wird nur kurz erwähnt, es kommt nicht zum Besuch bei den Fischern. Lorenzos Entdeckung des fundamentalen Fehlers in unserem Finanzsystem und die Vervielfachung des Vermögens durch die Gründung einer Bank werden komplett ausgelassen.“ Wer sich also noch mehr für die Storyline und das Wesen des Kapitals interessiert, wird nicht umhinkommen, das Buch in die Hand zu nehmen.

Und wer darüberhinaus noch aktive Finanzmarktkritik machen möchte, könnte sich dafür interessieren.

John Salvatore Fontanelli ist ein armer Schlucker, bis er eine unglaubliche Erbschaft macht: ein Vermögen, das ein entfernter Vorfahr im 16. Jahrhundert hinterlassen hat und das durch Zins und Zinseszins in fast 500 Jahren auf über eine Billion Dollar angewachsen ist. Der Erbe dieses Vermögens, so heißt es im Testament, werde einst der Menschheit die verlorene Zukunft wiedergeben.
John tritt das Erbe an. Er legt sich Leibwächter zu, verhandelt mit Ministern und Kardinälen. Die schönsten Frauen liegen ihm zu Füßen. Aber kann er noch jemandem trauen? Und dann erhält er einen Anruf von einem geheimnisvollen Fremden, der zu wissen behauptet, was es mit dem Erbe auf sich hat …

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