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In Mother we trust – ein Doku-Hörspiel über den Orden von Mutter Theresa

by - 9. August 2010

Es gibt so Momente, da macht es „Peng!“ und ein Gedankengebäude stürzt kurz krachend in sich zusammen. So ging es mir jetzt beim WDR-Hörspiel „In Mother we trust“ von Charlotte Knothe über den von Mutter Theresa gegründeten Orden

Das Hörspiel ist das erste Hörspiel das ich kenne, das teilweise aus original Interview-Ausschnitten besteht, welche die Autorin bei ihren Recherchen sammelte. So kommen richtige Schwestern aus Indien zu Wort und berichten vom Elend der Armen in den Ordenseinrichtungen und welch menschenunwürdige und falsche Versorgung sie bekommen.

Eingebettet sind diese Original-Tonaufnahmen in einen fiktiven, aber realistischen Plot um zwei junge christliche Volontärinnen, die eigentlich dort nur helfen wollten, dann doch aber „vom Glauben abfallen“.

Das Hörspiel erwähnt einen Artikel des Magazins STERN, der schon Ende der 90er Jahre über den Orden berichtete (hier der Link zu einem PDF). Ich konnte zwischendurch und zum Schluss immernoch nicht glauben, dass es um diesen Orden wirklich so schlecht bestellt ist – dass die Schwestern die Milliarden nur auf der Vatikanbank anhäufen, es aber weder ausgeben wollen, noch auszugeben wissen.

Ich empfehle vor dem Hören des Hörspiels, den STERN-Artikel zumindest zu überfliegen, damit man sich auf die Schilderungen dieses Doku-Hörspiels einfacher einlassen kann. Weil wie gesagt: die Autorin arbeitet mit Original-Schilderungen von Miterarbeitern des Ordens aus Kalkutta. Die Geschichte drumherum liefert nur dramaturgische Illustration.

Leni und Corinna reisen nach Kalkutta, um als Volontäre bei den „Missionaries of Charity“ des Mutter-Teresa-Ordens zu arbeiten. Aber „Nächstenliebe“ ist im Haus „Shanti Dan“ ein weit gefasster Begriff. Dreihundert psychisch kranke Frauen vegetieren hier vor sich hin, ohne medizinische Mindestversorgung. Doch Leni und Corinna wollen zumindest das Leben der jungen Krishna retten.

Die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa wäre im August dieses Jahres 100 Jahre alt geworden. Die heutigen Zustände in den Häusern ihres Ordens stehen zum Teil in starkem Kontrast zum Bild von der großen Wohltäterin. Das Hörspiel kombiniert Originalaufnahmen aus Kalkutta mit fiktiven Figuren.

von Charlotte Knothe
Regie: Charlotte Knothe
Musik: Ronnie Henseler, Nikolaus Gerszewski, Lawrence, Christoph Herndler
Produktion: WDR 2010
Länge: ca. 53 Minuten
Redaktion: Natalie Szallies

Charlotte Knothe studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Als Radiojournalistin arbeitet sie vorwiegend im Ausland. Für das Hörspiel „In Mother we trust“ lebte sie wochenlang selbst als Volontärin in Kalkutta. Der WDR realisierte zuletzt ihr Hörspiel „75 Meilen Grenze“ (2008).
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2 Kommentare
  1. Guten Tag, ich kann leider nicht widerstehen, diesen Beitrag zum Anlass zu nehmen einen Artikel über diese Frau der christlichen Leidkultur zu beginnen: http://lachsdressur.de/die-unheimlige-mutter-theresa/

    Mit besten Grüßen

    Stefan

Trackbacks & Pingbacks

  1. Die unhei(m)lige Mutter Theresa « Omnium Gatherum

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